Eine Astrologie der Erde

"Erkenne dein Kosmisches Selbst und entfalte die ganzheitliche Version deiner Persönlichkeit"

Unser kosmisches Selbst

Unser kosmisches Selbst ist jener Teil unserer Persönlichkeit, der über unsere irdischen Erlebnishorizonte hinaus mit den Phänomenen unserer kosmologischen Umgebung in Verbindung steht. Es repräsentiert die kosmologische Bedingtheit unseres Daseins, unsere Positionierung in Raum und Zeit und findet in Anbetracht des größeren Ganzen, in dem wir uns selbst als Manifestation eines lebendigen Universums begreifen können, seinen Ausdruck. Im Einklang mit den Bewegungen der Erde führt es uns als übergeordnete Instanz durch unsere Tage und Jahre.  

„Ein bisschen Kosmologie muss sein“

Die Dynamik unserer Jahre

Die Dynamik unserer Tage

Eines unserer Erdenjahre dauert 365,25 Tage. In dieser Zeit umrunden wir gemeinsam mit unserer Erde einmal die Sonne. Dabei legen wir mit jeden Tag eine Strecke von 2,5 Millionen Kilometern zurück. Das entspricht einer unglaublichen Geschwindigkeit von 107.219 Kilometern in der Stunde und summiert sich zu einer Strecke von 940 Millionen Kilometern im Jahr. Diese 940 Millionen Kilometer, die Umlaufbahn der Erde um die Sonne, als Kreislinie ins Weltall projiziert, ist die Ekliptik. Sie ist die mittlere Linie, um die herum sich der Tierkreis mit seinen zwölf Tierkreiszeichen gruppiert. Das jährliches Durchwandern des Tierkreises erleben wir in der Aufeinanderfolge der Jahreszeiten. Das Erleben dieser irdischen Dynamik in Form unserer Lebensjahre ist der Aspekt unseres kosmischen Selbst, der für unsere längerfristige Entwicklung von Bedeutung ist. 

Der zweite dynamische Großkreis, der von kosmologischer Bedeutung für uns ist, resultiert aus der täglichen Eigenrotation der Erde um ihre eigene Achse. Für einen Menschen, der sich auf dem Äquator befindet, heißt das, dass er mit einer Geschwindigkeit von 1674,36 km/h eine Strecke von 40184,64 zurücklegt, während er um die Erdachse rotiert. Das entspricht einem Wert von knapp 28 Kilometern in der Minute oder gut 465 Metern in der Sekunde. In den gemäßigten Zonen unseres Planeten, etwa in Mitteleuropa, sind es immer noch gut 1000 Kilometer in der Stunde. Diese kosmologische Dynamik bestimmt die Abfolge der Tageszeiten und lässt mit jedem Tag den Himmel einmal komplett über uns hinwegziehen. Im Horoskop wird das durch den Häuserkreis konkret aufgezeigt. Erst diese Momentaufnahme erlaubt uns höchst individuelle Interpretationen der Horoskope. 

Kinder der Erde - Passagiere auf Zeit

Als Kinder der Erde sind wir ihre Passagiere auf Zeit und gemeinsam mit ihr sind wir in die kosmologischen Zyklen eingebunden, die unser Welterleben bestimmen. Solange wir sie begleiten sind ihre Bewegungen unsere Bewegungen und neben dem Erleben unserer Tage und Jahre sind wir in ein komplexes System aus Beziehungen eingebunden, in die wir und die Erde involviert sind. Insbesondere der Mond und die Planeten unseres Sonnensystems spielen dabei eine besondere Rolle und unsere Wahrnehmung ihrer Dynamik resultiert aus dem Wechselspiel ihrer und unserer Bewegungen. Bei den Mondphasen wird das besonders deutlich, aber auch die sogenannten synodischen Perioden der Planeten lassen sich so betrachten. Wann ist Venus Morgenstern und wann Abendstern? Wie schaut es beim Merkur aus? Wann sind Mars, Jupiter oder Saturn am Nachthimmel zu sehen und wie lässt sich das mit Blick auf unsere Horoskope deuten? Das sind Fragen, die mich bereits seit etlichen Jahren umtreiben und mir einen Schatz an sehr differenzierten Erkenntnissen beschert haben. Diese lasse ich sehr differenziert in meine Horoskopinterpretationen und Beratungen einfließen. Die Phasen des Mondes und die der Planeten sind in ihrer Summe Ausdruck der Dynamik, die in einen Horoskop verborgen liegt und ich möchte sie einladen, zu ergründen, welche Dynamik sich in den Konstellationen ihres Geburtsbildes verbirgt. 

Mutter Erde

„Früchte in Fülle spendet euch Gäa, die Göttin der Erde. Drum nennet sie dankbar Erdenmutter, ihr Menschen!“ (Hesiod)

Die Erde, unser wundervoller blauer Planet, ist weitaus mehr als der Boden unter unseren Füßen und ihre Bedeutung für uns reicht weit über unsere geographische Verwurzelung und unser kulturelles Selbstverständnis hinaus. Das zeigt sich insbesondere dann, wenn wir hinaufschauen zum Sternenhimmel und sich die Weiten des Weltalls vor uns auftun. Dann wird uns die kosmische Bedingtheit unserer Existenz unmittelbar vor Augen geführt. In diesen Momenten können wir der Erkenntnis ganz nahe kommen, dass wir Teil einer größeren Ganzheit sind, die sich durch unsere Sinneswahrnehmungen ihrer selbst gewahr werden kann. Das Universum ist nach wie vor ein unfassbar großes Wunder und mag es uns mitunter geradezu absurd erscheinen, dass wir uns auf einer großen rotierenden planetaren Kugel befinden, so ist das unzweifelhaft die Basis unserer weltlichen Existenz. Diese Kugel namens Erde ist unser Heimatplanet und insofern wir über unsere irdischen Horizonte hinausschauen ist sie auch unser primärer Identifikationsfaktor, der uns als Geschöpfe eines lebendigen Universums ausweist. Deshalb halte ich es für geboten, den Anteil der Erde am kosmischen Geschehen explizit in den Vordergrund zu stellen und aufzuzeigen, wie das im astrologischen Kotext zu betrachten ist. 

Die Erde ist die eine große weibliche Kraft in unserem Sonnensystem und sie ist es deshalb, weil sie neben der Natur mit all ihren wunderbaren Geschöpfen uns und nahezu alles, was für unsere Existenz erforderlich ist, hervorgebracht hat. Sie ist die Urmutter unserer Existenz. SSie ist wahrlich unsere gute Mutter Erde, denn befruchtet vom Sternenstaub konnte in der Geborgenheit ihres Schoßes all das heranwachsen und gedeihen, was nicht zuletzt auch unser persönliches Dasein ermöglicht hat. Und noch immer ist sie der Nährboden, auf dem alles, was wir zum Leben brauchen, gedeiht. Sie ist die Eine, die uns trägt, die uns ernährt und für uns ein Zuhause im Universum ist.  

Und mittels ihrer Position, Lage und Dynamik im Sonnensystem ist sie es, die nicht nur die Eckdaten unseres tropischen Tierkreises und des Häuserkreises bestimmt, sondern daneben auch an den wechselseitigen Beziehungen zum Mond und zu den Planeten ihren erheblichen Anteil hat. Die Erde ist der entscheidende Faktor, wie sich diese interplanetaren Beziehungen gestalten. Schließlich ist es nicht die Sonne, die sich bewegt, sondern wir sind es , die sich auf und mit der Erde um sie herum bewegen. Zwar ist die Sonne der gemeinsame zentrale Bezugspunkt im System und hält mittels ihrem Licht, ihrer Wärme und ihrer Gravitation alles im Gange, aber die Dynamik. die wir ihr zuschreiben ist nur eine Projektion. Der „scheinbare Lauf der Sonne“ ist der „tatsächliche Lauf der Erde“. Die Sonne spiegelt lediglich unsere eigene Dynamik und wenn wir in diesen Spiegel schauen, den die Sonne uns vorhält, sehen wir uns selbst mit der Erde durch unsere Tage und Jahre reisen. Und solange wir die Erde auf ihren Wegen begleiten sind ihre Bewegungen auch unsere eigenen Bewegungen. Das macht sie innerhalb des Universums zu unserem stärksten Identifikationsfaktor und dabei ist es ist für jeden von uns von größter Bedeutung, wann und wo wir hinzugestiegen sind. Die Astrologie kann uns auf unserem Weg durchs Leben ein Kompass sein und die Eigendynamiken der Erde sind ein wichtiger Schlüssel für uns, unsere persönliche Dynamik zu verstehen und sie in die richtige Richtung zu leiten.         

Erkenne dich selbst

Vor gut einem halben Jahrtausend haben unsere Beobachtungen des Sternenhimmels endgültig bewiesen, dass wir mit unserer Erde nicht der Mittelpunkt des Universums sind. Und diese Erkenntnis, dass wir nicht die unbewegliche Weltenmitte sind, mag sich zunächst wie ein Bedeutungsverlust angefühlt haben, aber letztendlich hat sie uns geholfen, das Weltall und unsere Positionierung darin besser zu verstehen. Wir als Menschheit haben dadurch ein Stück weit besser erkannt, wo wir uns in diesem Weltall einzuordnen haben und dass wir unseren eigenen Anteil am kosmischen Geschehen haben. Wir bewegen uns und nehmen dadurch eine aktive Rolle im Reigen der Planeten unseres Sonnensystems ein. Dass diese kollektive Erkenntnis, mit unserer Erde selbst ein aktiver Faktor des kosmischen Geschehens zu sein, auch Auswirkungen auf unser individuelles Erkenntnisvermögen hat, ist mir ein Anliegen, aufzuzeigen. Es ist ein weiterer Baustein im Prozess der Selbsterkenntnis, dass wir neben der kosmischen Signatur, die sich im Geburtsbild spiegelt, eine kosmologische Dynamik mitbringen, die uns zu aktiven Mitspielern in dem Schauspiel macht, was sich am Sternenhimmel  ereignet. Die Arbeit am kosmischen Selbst mittels der Astrologie ist ein adäquates Instrument, sich selbst und die eigene Rolle in diesem kosmologischen Schauspiel zu verstehen. Die Arbeit am kosmischen Selbst kann sich als Schlüssel erweisen, mit sich selbst in Einklang zu kommen.