Das Erdorakel
Lasst uns an die Pforten von Mutter Erde anklopfen und ihren weisen Rat einholen
Das Erdorakel basiert auf einer alten Orakeltechnik, die Mitte des letzten Jahrtausend über den nahen Osten und Afrika nach Europa gelangt ist. Sie war ein bisschen in Vergessenheit geraten, hat aber in letzter Zeit wieder an Popularität hinzugewonnen. Das Erdorakel knüpft in weiten Teilen an die Methoden der klassischen Stundenastrologie an und wird deshalb auch als kleine Schwester der Astrologie bezeichnet. Auf konkrete Fragen werden konkrete Antworten gegeben, oder, je nach Fragestellung, zumindest deutliche Tendenzen aufgezeigt.
Geomantisches Schild
Mit der von mir entwickelten Anwendung werden die Figuren des Erdorakels manuell ermittelt und im geomantischen Schild angezeigt. Mit der Leertaste des Computers wird jeder einzelne Wert der vier Mütter separat erstellt, ohne dabei auf die jeweilige Anzahl der Klicks zu achten. Aus den vier Müttern errechnet mein Programm schließlich das komplette Bild und stellt es im nebenstehenden Design dar. Die manuelle Ermittlung der Figuren ist ein wichtiger Faktor, denn für die Befragung ist eine kontemplative Haltung gefragt, die keine Automatik vollbringen kann.
Die frühen Geomanten haben die vier Mütter ermittelt, indem sie mit einer Rute oder einem Stab willkürlich sechszehn Reihen von Linien in einen sandigen oder erdigen Untergrund gezogen haben. Modernere Varianten benutzen Stift und Papier für die Ermittlung der Werte. Auch Würfel, Münzen oder aus einem Beutel gezogene Bohnen oder Steinchen kommen zum Einsatz. Bei mir „klopfen“ wir bei Mutter Erde an.
Häuserkreis
In einem zweiten Schritt werden die Figuren des geomantischen Schildes im astrologischen Häuserkreis dargestellt. Die den Figuren zugehörigen Planeten und deren Tierkreiszeichen werden in den jeweiligen Häusern gezeigt, die sich aus der Orakelbefragung ergeben haben. Zusätzlich zum Urteil des Gerichtshofes lassen sich so die Details erkennen, die Hinweise auf die Energien und die Lebensbereiche geben, die für die Orakelantwort maßgeblich sind. Die erste Mutter steht dabei für den Fragenden selbst und legt das Tierkreiszeichen am Aszendenten des Bildes fest. Die Art der Frage bestimmt das Haus, in dem die dort erscheinende geomantische Figur als Signifikator für die Frage in Beziehung zum Fragenden zu setzen ist. Damit lassen sich bereits wichtige Rückschlüsse zur Beantwortung der Frage ziehen. Eine positive Antwort erfordert in der Regel ein „Match“ der beiden Figuren.
Deutungsregeln
Ein „Match“ kann auf vielerlei Weise zustande kommen. Es sind wie in der Stundenastrologie einige Regeln zu beachten, wie und auf welche Weise die Fragenden mit dem Gefragten zusammenkommen. Wenn sie zusammenkommen wird das als „Perfektion“ bezeichnet und die kann durch verschiedene Konstellationen erfolgen, mittels derer die Signifikatoren miteinander interagieren. Fehlende „Perfektion“ ist negativ zu bewerten und selbst ein positiver Richterspruch wird dadurch in seiner Bedeutung gemindert und mit einem Fragezeichen versehen. Das Gesamtbild, die Verteilung der Zeichen in Tierkreis und Häuserkreis kann in solchen Fällen Auskunft erteilen, woran es trotz guter Aussichten mangeln könnte, dass sich die positiven Tendenzen am Ende nicht durchsetzen. So können sich solche Hinweise trotz der angezeigten negativen Tendenzen als wertvoll erweisen, sich in diesen Angelegenheiten besser aufzustellen und dann unter den veränderten Rahmenbedingungen doch noch zu den gewünschten Ergebnissen zu kommen.
Fragen an die Häuser
Wie in der Stundenastrologie ist es die Beziehung der Signifikatoren zueinander, die entscheidend ist für das Ergebnis der Orakelbefragung. Die Figur des ersten Hauses steht dabei für den Fragenden selbst und für die Beantwortung der Frage ist jenes Haus zu befragen, welches für den Lebensbereich zuständig ist, auf den diese Frage abzielt.
1. Haus: Die Figur der ersten Mutter bildet den Anfang des Häuserkreises und legt durch das ihr zugehörende Tierkreiszeichen den Aszendenten fest. Das erste Haus mit seiner Betonung durch die Besonderheiten seiner geomantischen Figur steht dabei für den Fragenden selbst, für seine Ausgangsposition und für seinen eigenen Beitrag zur Entwicklung der Angelegenheit.
2. Haus: Das zweite Haus ist zuständig für Fragen, die sich um persönliche Besitzstände drehen. Darin geht es um Finanzangelegenheiten, ums eigene Einkommen und um jede Form von beweglichen Wertgegenständen wie Möbel, Autos, Fahrräder, Schmuck etc. Auch der eigene Körper in seiner Eigenschaft als materielle Manifestation des eigenen Daseins ist dem zweiten Haus zuzuordnen.
3. Haus: Das dritte Haus ist zu befragen, wenn es um die Kontakte zur unmittelbaren Umwelt geht, um das eigene Kommunikationsverhalten und um die alltäglichen kleinen Wege wie auch um kleinere Reisen. In diesem Sinne steht es auch für Geschwister, Verwandte, Nachbarn, Briefe, Verträge und alle Arten von Schriftstücken oder Nachrichten, die sich auf das aktuelle Geschehen beziehen.
4. Haus: Im vierten Haus geht es um seelische und körperliche Geborgenheit, um das eigene Zuhause und die seelischen Wurzeln, um die Eltern und das Elternhaus, um Grund- und Immobilienbesitz wie auch um den Ausgang von Angelegenheiten, wozu auch das Alter und das Lebensende gehören.
5. Haus: Das fünfte Haus gibt Auskunft über die Entfaltung der eigenen Vitalenergien mittels Spiel und Spaß, Kreativität, Vergnügungen und Abenteuer. Auch Spekulationen und Wertpapiergeschäfte gehören dazu. Aber Kinder und Schwangerschaften sind wohl die stärksten Entsprechung des fünften Hauses, durch die in ihm waltenden schöpferischen Energien am deutlichsten ausgedrückt werden.
6. Haus: Im sechsten Haus geht es im Wesentlichen um die wiederkehrenden Angelegenheiten des alltäglichen Lebens. Dazu gehört der Umgang mit den Anforderungen, die das Führen eines Haushalts mit sich bringt, um die damit einhergehenden Arbeiten genauso wie um die körperlichen Belastungen, die sich im Gesundheitszustand niederschlagen. Das bezieht sich auch auf all die Menschen, auf die diese Arbeiten gerne übertragen werden, also um Angestellte und Personenkreise, die entsprechende Dienstleistungen anbieten. Auch Werkzeuge gehören dazu. Ebenso sind kleinere Haustiere Entsprechungen dieses Hauses.
7. Haus: Das siebte Haus, das Gegenüber des ersten Hauses, steht für die direkten Beziehungen zu Partnern wie zu Menschen, zu denen unmittelbare persönliche Kontakte bestehen. Es geht im wahrsten Sinne um das Gegenüber, im besten Falle um den Liebes- oder Ehepartner, vielleicht auch um eine Geschäftspartnerschaft und im schlechtesten Falle um offene Feindschaften, um Zivilprozesse wie auch um Diebe oder um sonstige konkrete, aber schwer einzuordnende Personen.
8. Haus: Entsprechungen des achten Hauses sind die körperliche Präsenz und die Vermögenswerte derjenigen, die als Partner oder Gegenspieler im siebten Haus genannt worden sind. Traditionell ist das achte Haus das Haus des Todes und hat Entsprechungen zu damit in Verbindung zu bringende Angelegenheiten wie Begräbnisse, Erbschaften oder Testamente. Es steht auch für Kredite, Schulden, Darlehen etc.
9. Haus: Das neunte Haus steht mit Angelegenheiten in Verbindung, die über die Horizonte hinausreichen, die das Alltagsleben bestimmen. Das sind längere Reisen und Umzüge ins Ausland ebenso wie das Engagement in Politik, Wissenschaft, Religion oder Ethik. Philosophen, Weltenbummler, Forschungsreisende, Akademiker, Ausbilder, Anwälte und auch Heilpraktiker sind personelle Entsprechungen des neunten Hauses.
10. Haus: Im zehnten Haus geht es um die Stellung im öffentlichen Leben, um den Beruf und die damit verbundene gesellschaftliche Positionierung. Öffentliche Anerkennungen durch Ehrungen und Auszeichnungen sind dem zehnten Haus zuzuordnen ebenso wie die Autoritäten, die die Geschicke des Staates leiten, früher Könige und Königinnen, heute die höchstgestellten Staatsbediensteten wie auch die Richterschaft.
11. Haus: Das elfte Haus dreht sich um Zugehörigkeiten zu Gruppen und Vereine, in denen gemeinsame Werte den Zusammenhalt prägen. Das sind in erster Linie Freunde und Freundeskreise, aber auch Menschen, die einem wohlwollend verbunden sind und unterstützend agieren. Das elfte Haus steht auch für Hoffnungen, Wünsche und glückliche Fügungen.
12. Haus: Im zwölften Haus geht es um Vorgänge und Situationen, die sich größtenteils isoliert im Verborgenen abspielen. Das kann sich auf Gefängnisse, Krankenhäuser oder Heime genauso beziehen wie auf die Einsamkeit in der eigenen Wohnung oder einem Dasein im Kloster. Geheime Feinde finden sich im zwölften Haus und Strafprozesse ebenfalls. Auch größere Nutztiere werden als Entsprechungen des zwölften Hauses angesehen.